Auf einen Blick
Ichi, die blinde Schwertkämpferin
Titel: 
Ichi, die blinde Schwertkämpferin
Regisseur: 
Fumihiko Sori
Darsteller: 
Haruka Ayase, Shidô Nakamura, Yôsuke Kubozuka
Erscheinungsjahr: 
2008
Länge: 
115 Minuten
Ton: 
Deutsch (Dolby Digital 5.1), Japanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: 
Deutsch
Format: 
16:9 - 1.77:1
FSK: 
Ab 16 Jahren
Embjapan Bewertung: 
10
Wo erhältlich?

Ichi, die blinde Schwertkämpferin

Aus der Feder von Kan Shimosawa ist bereits Zatoichi, der blinde, schweigsame und unbeugsame Schwertkämpfer bekannt, der uns zuletzt, durch Takeshi Kitano verkörpert, 2004 auf der Leinwand begeisterte. Nun, nach weit über 20 Geschichten des blinden Schwertkämpfers, wird es Zeit, dass ein anderer Protagonist die Bühne betritt. Jetzt ist es Zeit für „Ichi -die blinde Schwertkämpferin“.

IchiIchi, dargestellt von Haruka Ayase, ist eine Goze, eine blinde Musikerin die auf ihrer Shamisen spielend durch das Land reist und sich damit ihren Lebensunterhalt verdient. Auf ihrer Reise und Suche nach einem blinden Schwertkämpfer, trifft die junge Ichi, den sich ebenfalls auf Reise befindlichen Toma Fujihara, welcher zunächst versucht die sich in Bedrängnis befindliche Ichi zu retten. Wie sich aber bald herausstellt, ist Toma weder ein großer Kämpfer, noch der Retter in der vermeintlichen Notsituation und muss dafür von Ichi, die nicht so wehrlos ist wie sie sich gibt, gerettet werden. Daraufhin wird die schüchterne und zurückgezogene Ichi nun von Toma begleitet und beide erreichen das Dorf Bito, welches oberflächlich von einem ehrenhaften, dem Volke zugeneigten Yakuza-Clan, der Shirakawa Familie regiert wird. Dass die Wirklichkeit eine andere ist, stellt sich nach sehr kurzer Zeit heraus, als Ichi fünf Männer der Banki-to niedermacht. Während die herannahenden Yakuza den Samurai Toma für den wahren Schwertmeister halten, hält sich Ichi lieber bedeckt.

Um sich gegen die Tyrannei der Banki-to zur Wehr zu setzen, heuert der Sohn der Shirakawa, Toraji Shirakawa, dargestellt von Yôsuke Kubozuka (Go), Toma als Leibwächter an. Gelockt von dem Geld, verheimlicht er, dass er nicht der große Schwertkämpfer ist, der er zu sein scheint und willigt ein. Innerhalb der Familie erfährt er, dass der Magistrat auf dem Weg ist, um das Dorf zu inspizieren und die Yakuza diesen, im Kampf gegen die Banki-to, um Hilfe bitten möchten. Währenddessen erfährt auch Ichi, dass zu dem Bankett, welches zu Ehren des Magistrats stattfinden soll, ein Wanderzirkus mit einem blinden Schwertkämpfer, ins Dorf kommen wird. Zur selben Zeit bereitet sich die Banki-to, welche von dem entstellten Banki, einem hervorragenden Schwertkämpfer und tief gefallenen Samurai, angeführt wird, auf einen Schlag gegen die Shirakawa und den Magistrat vor. Die beiden Protagonisten stehen nun sich selbst und einer schier unüberwindbaren Schar von Gegnern gegenüber. Ichi, die sich in ihrem bisherigen Leben immer nur um sich selbst gekümmert hat und dem Risiko bisher aus dem Weg ging und Toma, der zwar das Herz am Rechten Fleck hat, aber durch ein traumatisches Ereignis in der Kindheit nicht in der Lage ist sein Schwert zu führen, müssen sich nun ihren inneren wie auch äußeren Gegnern stellen, um den grausamen Banki besiegen zu können.

Der Film „Ichi- die blinde Schwertkämpferin“ fügt sich nahezu perfekt in die Reihe der „Zatoichi“-Filme ein. Sie ist mindestens genauso schweigsam wie auch brutal, wie ihr männliches Pendant. Auch im Stil, ähnelt der Film dem 2004 erschienenen „Zatoichi“. Mit viel Witz und Komik wird eine nicht wenig brutale und zum Teil traurige Geschichte erzählt. Besonders die schauspielerische Leistung von Takao Osawa, welcher dem westlichen Publikum am ehesten durch seine Rolle in dem Film „Aragami“ bekannt sein dürfte, verleiht dem Film eine besondere Qualität. Aber auch Shido Nakamura, bekannt durch seine Rolle in „Letters from Iwo Jima“, spielt den Banki so herrlich verrückt, dass es einem manchmal kalt den Rücken herunter läuft. Leider lässt Haruka Ayase ein wenig Emotion vermissen.

IchiSo sieht die traurige zurückgezogene Ichi einer glücklichen und offenen Ichi zu ähnlich. Aber dies ist wohl ein Kritikpunkt, mit dem sich die meisten „blinden Schwertkämpfer“ auseinander setzen müssen. Optisch und akustisch ist der Film geradezu perfekt in Szene gesetzt worden. Die „normalen“ Bürger, sowie die Yakuza kommen in dunklen und unscheinbaren Farben daher, während die Banditen nicht nur durch ihre brutale und unnachgiebige Art, sondern auch durch ihre farbenfrohe Kleidung gegen die Norm verstoßen. Hierbei entsteht ein Kontrast, der dem Zuschauer noch einmal die Gegensätze dieser beiden Gruppen näher bringt Die Musik von Lisa Gerrard und Michael Edwars, verleiht dem Film an manchen Stellen eine fast melancholische Stimmung wirkt aber zu keiner Zeit aufgesetzt und unterstreicht das Geschehen nahezu perfekt. Auch die Arbeit von Takashi Sasaki als art director, der auch schon bei den Tokyo-Szenen von Kill Bill mitwirkte, zeichnen sich durch eine Liebe zum Detail aus und geben dem Film die nötige Authentizität. Alles in allem ist das erst dritte Werk von Fumihiko Sori, ein wundervoller Film geworden, der besonders durch die Teils hervorragenden Leistungen der Schauspieler glänzen kann.

Blind aber trotzdem sehenswert

„Ichi- die blinde Schwertkämpferin“ muss sich unter gar keinen Umständen hinter ihrem Vorbild „Zatoichi“ verstecken. Im Gegenteil, muss eher der nun langsam in die Jahre gekommene blinde Schwertmeister, sich um seinen Thron sorgen machen, denn nun hat er große Konkurrenz bekommen. Die schauspielerische Leistung des Teams, abgesehen von der ein wenig eindimensional wirkenden Haruka Ayase, das wundervolle Setting, die herrlich überzeichneten Farben, sowie die interessante Geschichte machen „Ichi“ zu einem Muss für Fans des japanischen Films. 10 von 10 Samuraisternchen.

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