Zumindest fuer China brauchst du kein Chinesisch zu koennen, um einen gut bezahlten Job als Englisch-Lehrer zu finden.
Zitat:
Selten nicht, sondern sehr häufig, wenn nicht gar bei den meisten möglich. Mir fallen unzählige Beispiele an. Sind aber, wie du sagtest, nur die On-Lesungen.... aber sind die nicht sogar am wichtigsten?
Das stimmt. Der geuebte Leser kann die sino-japanische Lesung oder die Lesung im Chinesischen releativ gut erraten.
Zitat:
Ist ja auch egal. Ich würde die Schnittmenge zwischen Japanisch und Chinesisch als recht hoch erachten.
Zwischen den Sprachen ist die Schnittmenge ungefaehr Null.
Zitat:
Und die kulturelle Schnittmenge ist wahrscheinlich nochmal mindestens genauso hoch, wie die sprachliche...
Wenn es um das geht, was man heute volkstuemlich als 'Kultur' bezeichnet, ist auch diese Schnittmenge fast Null.
Geschichtlich gesehen war Japan mal im Kulturkreis Chinas, aber auch nur eine gewissen Periode lang.
Geistesgeschichtlich betrachtet bestehen gemeinsame Wurzeln, aber voellig untschiedliche Entwicklungen.
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Verfasst am: 07.02.2010 - 21:21:30 Titel:
Das sehe ich anders.
Oder kannst Du für jedes Kanji sagen, ob da nun die Han-Lesung, die Tang-Lesung oder eine andere gewählt wird?
Und nein, die On-Lesungen sind nicht am wichtigsten... sie sind auch wichtig.
Ich wette aber mit Dir, dass Du in Japan besser zurechtkämst, wenn Du nur die Kun-Lesungen der Kanji kennen würdest, als wenn Du nur die On-Lesungen kennst.
Die Schnittmenge beider Sprachen ist nicht hoch.
Ein Japaner und ein Chinese könnten sich nicht mir nichts Dir nichts unterhalten, wenn keiner die Sprache des anderen kennt.
Und die kulturelle Schnittmenge bezieht sich auf bestimmte Bereiche, während sie in vielen anderen Bereichen überhaupt nicht existiert. Vor allem im Bezug auf beide modernen Gesellschaften.
Wenn der Themeneröffner möchte, soll er mal nach Antaiji googlen. Da findest Du unter Umständen, was Du suchst.
_________________ 「九識の窓の前。十乘の床のほとり に。瑜伽の法水 をたたへ。三密の月を澄ます所に。案内申さんとは如何 なる者ぞ」
Wenn der Themeneröffner möchte, soll er mal nach Antaiji googlen. Da findest Du unter Umständen, was Du suchst.
nicht nötig weil ich auf diese weise meinen ersten Kontakt mit dem Zen-Buddhismus gemacht habe. Ich habe sogar das Buch des deutschen Abt Muho gelesen und bin auch jeden Tag am Zazen üben obwohl ich vorerst versuche den vollen Lotussitz zu erlenen.
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Verfasst am: 07.02.2010 - 21:39:49 Titel:
bikkuri hat Folgendes geschrieben:
Wenn es um das geht, was man heute volkstuemlich als 'Kultur' bezeichnet, ist auch diese Schnittmenge fast Null.
Geschichtlich gesehen war Japan mal im Kulturkreis Chinas, aber auch nur eine gewissen Periode lang.
Geistesgeschichtlich betrachtet bestehen gemeinsame Wurzeln, aber voellig untschiedliche Entwicklungen.
Ja okay. Für mich als Laien sieht die Schnittmenge schon enorm aus. Auch wenn alles nur aus der Vergangenheit kommt, es hat sich vieles erhalten.
Kampfkunst, Samurai-Rüstung, Kimono, Architektur, Religionen.... so ziemlich alles scheint ursprünglich aus China zu kommen (entweder direkt oder als Inspiration).
Die Kombi Japanologie und Sinologie scheint mir sehr sinnvoll zu sein. Da wirst du, bikkuri, mir doch bestimmt zustimmen? Immerhin gehst du doch selber diesen Weg, und das - für mich nachvollziehbarerweise - aus gutem Grund.
Bastian hat Folgendes geschrieben:
Ich wette aber mit Dir, dass Du in Japan besser zurechtkämst, wenn Du nur die Kun-Lesungen der Kanji kennen würdest, als wenn Du nur die On-Lesungen kennst.
Da will ich nicht mit dir diskutieren, da kann ich wohl nur verlieren.
Meiner bisherigen Erfahrung nach, sind die Komposita sehr wichtig und da finden sich ja meistens die On-Lesungen.
Es wäre natürlich noch schöner, würden auch die Kun-Lesungen aus dem Chinesischen kommen
Bastian hat Folgendes geschrieben:
Die Schnittmenge beider Sprachen ist nicht hoch.
Ein Japaner und ein Chinese könnten sich nicht mir nichts Dir nichts unterhalten, wenn keiner die Sprache des anderen kennt.
Wie man das linguistisch/geisteswissenschaftlich sieht, weiß ich nicht.
Ein Chinese kann sich aber sehr wohl mit Japanern auf einem einfachen Niveau "unterhalten". So hat es z.B. eine Chinesin erlebt, die mit einer Japanerin in einem Kurs in Kassel saß, beide konnten die Sprache des anderen nicht. Trotzdem war es möglich, rein über die Schrift über den Lehrer herzuziehen, über die Stadt zu reden und sich über Termine zu einigen.
Wenn ich als Anfänger/Fortgeschrittener der chinesischen und japanischen Sprache aber Kanji-Bedeutungen und Lesungen auch nur zum Teil aus der jeweils anderen Sprache ableiten kann, dann ist für mich eine sprachliche Schnittmenge vorhanden und das zahlt sich beim Lernen definitiv aus (zu diskutieren wäre nur, in wie weit).
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Wie man das linguistisch/geisteswissenschaftlich sieht, weiß ich nicht.
Ein Chinese kann sich aber sehr wohl mit Japanern auf einem einfachen Niveau "unterhalten". So hat es z.B. eine Chinesin erlebt, die mit einer Japanerin in einem Kurs in Kassel saß, beide konnten die Sprache des anderen nicht. Trotzdem war es möglich, rein über die Schrift über den Lehrer herzuziehen, über die Stadt zu reden und sich über Termine zu einigen.
Ich habe in Peking eine andere Erfahrung gemacht: Meine Freundin konnte sich mit dem Personal am Flughafen nicht anstaendig ueber Kanji verstaendigen. War aber natuerlich eine andere Situation. Und da die Leute trotz Arbeit am Flughafen kein Englisch verstanden, kann man wohl davon ausgehen, dass es keine Tsinghua-Absolventen waren.
Zitat:
Wenn ich als Anfänger/Fortgeschrittener der chinesischen und japanischen Sprache aber Kanji-Bedeutungen und Lesungen auch nur zum Teil aus der jeweils anderen Sprache ableiten kann, dann ist für mich eine sprachliche Schnittmenge vorhanden und das zahlt sich beim Lernen definitiv aus (zu diskutieren wäre nur, in wie weit).
Naja, ist eine Frage der Definition. Ich kann mich erinnern, dass ich am Anfang meines Studiums so etwas zu meiner Dozentin sagte, die aber Aehnlichkeiten der beiden Sprachen vehement abstritt. Das gab mir schon zu denken.
Heute, als Fortgeschrittener des Japanischen denke ich aber, sie hatte recht. Japanisch ist in seiner Struktur und in allen seinen Bestandteilen definitiv nicht "Chinesisch". Es sind wirklich nur die On-Lesungen vieler (nicht aller!) japanischer Kanji die aehnlich (nicht gleich!) denen der chinesischen Kanji sind. (Wie nennen die Chinesen eigentlich Kanji? Hanzi?)
bikkuri hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Selten nicht, sondern sehr häufig, wenn nicht gar bei den meisten möglich. Mir fallen unzählige Beispiele an. Sind aber, wie du sagtest, nur die On-Lesungen.... aber sind die nicht sogar am wichtigsten?
Das stimmt. Der geuebte Leser kann die sino-japanische Lesung oder die Lesung im Chinesischen releativ gut erraten.
Da ich (noch) kein Chinesisch spreche, habe ich mich immer gefragt, wie das ist: Von Chinesisch nach Japanisch (On-Lesung) sollte man recht leicht anhand der Kanjilesungen raten koennen, denke ich. Aber andersherum? Die japanischen Lesungen geben ja keine (oder nur einige wenige?) Hinweise auf die Betonung im Chinesischen. Das heisst, wenn ich weiss, dass 国 im Japanischen (on) "koku" gelesen wird, weiss ich doch noch nicht, welche Betonung "guo" hat, oder?
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Verfasst am: 08.02.2010 - 04:36:59 Titel:
Lori hat Folgendes geschrieben:
Wie nennen die Chinesen eigentlich Kanji? Hanzi?
Die Pinyin-Umschrift der Putonghua-Aussprache ist Hanzi.
Lori hat Folgendes geschrieben:
Da ich (noch) kein Chinesisch spreche, habe ich mich immer gefragt, wie das ist: Von Chinesisch nach Japanisch (On-Lesung) sollte man recht leicht anhand der Kanjilesungen raten koennen, denke ich.
Wieso das denn? Woher sollte ich denn wissen das 国 こく ausgesprochen wird und nicht etwa ぐお oder wieder ganz anders.
Und nein, Chinesen und Japaner können sich nicht sinnvoll nur mit Hilfe ihrer Zeichenkenntnisse austauschen. Das kann höchstens eine Hilfe sein, wenn beide bspw. sich auf Englisch unterhalten und hin und wieder eine Vokabel fehlt.
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Verfasst am: 08.02.2010 - 05:06:28 Titel:
Wowa-san hat Folgendes geschrieben:
zu bikkuri:
Der Grund warum ich nicht gleich nach dem Abi ins Kloster gehe ist der, das ich noch nicht weiss in welche Art von Kloster ich gehen soll. Außerdem besitze ich meiner Meinung nach noch nicht über genug Wissen um mich für eines der beiden zu entscheiden, zumal mir die sprachlichen Voraussetzungen(jap./chin.) fehlen.
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Verfasst am: 08.02.2010 - 05:18:35 Titel:
old_man_in_new_car hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Man kann im Leben auch ohne Frauen glücklich sein.
erzähl das mal Ikkyû Sôjun
Kūkai war auch der Meinung... bei NAMBLA weisen sie gern auf ihn hin.
_________________ Das hast du jetzt missverstanden, eigentlich finde ich das voll super.
Da ich (noch) kein Chinesisch spreche, habe ich mich immer gefragt, wie das ist: Von Chinesisch nach Japanisch (On-Lesung) sollte man recht leicht anhand der Kanjilesungen raten koennen, denke ich. Aber andersherum? Die japanischen Lesungen geben ja keine (oder nur einige wenige?) Hinweise auf die Betonung im Chinesischen. Das heisst, wenn ich weiss, dass 国 im Japanischen (on) "koku" gelesen wird, weiss ich doch noch nicht, welche Betonung "guo" hat, oder?
Das stimmt. Von Chinesisch --> Japanisch ist zumindest der Wiedererkennungswert bei der ON-Lesung recht hoch. Andersherum ist es nicht so einfach, da zum Einen, wie du schon sagtest, der Ton nicht ersichtlich ist, und zum Anderen die die Aussprache nicht konsequent übernommen worden sind. Ausserdem gibt es einige Chinesische Zeichen, die auf zwei, drei Arten (mit je unterschiedlichem Ton) gelsen werden können. In Komposition mit anderen Tönen ändern sich manche Töne auch.
Hinzu kommt noch, dass die Kanji zum Teil aus Langzeichen, Kurzzeichen und eigens abgeänderten Versionen bestehen.
Das ist aber eigentlich nicht schlimm. Du hast ja den Vorteil, dass dein Gehirn die Struktur der Zeichen kennt. Du wirst also recht leicht mit dem schriftlichen Umstieg zurechtkommen.
_________________ All those moments will be lost in time like tears in rain...
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Verfasst am: 08.02.2010 - 10:11:47 Titel:
Gebildte Chinesen können sich mit gebildeten Japanern definitiv über Kanji/Hanzi verständigen, das kann ich praktisch garantieren.
Es ist aber eine Grundkommunikation, sicherlich keine detailreiche Unterhaltung, mit der sich über die Auswirkungen variabler Zinspolitik der Zentralbanken auf einzelne Volkswirtschaften philosophieren lässt
Aber es ist eben doch mehr als eine Kommunikation mit Händen und Füßen.
Davon abgesehen könnten Chinesen alle Straßenschilder, Warnhinweise, die vollständig oder größtenteils mit Kanji geschrieben wurden, "lesen". Ich denke, Japaner können das auch in China, größtenteils.
Ich habe aber beobachtet (hatte 5 Chinesischlehrer und 3 Japanischlehrer), dass die Lehrer meist nichts von einer Ähnlichkeit hören wollen. Während Chinesen noch halbwegs damit leben können, dass ein großer Teil ihrer Sprache nach Japan exportiert wurde (da könnte ein Stückchen Stolz dabei sein), sind Japaner bei diesem Thema doch besonders vorsichtig.
Lori hat Folgendes geschrieben:
Da ich (noch) kein Chinesisch spreche, habe ich mich immer gefragt, wie das ist: Von Chinesisch nach Japanisch (On-Lesung) sollte man recht leicht anhand der Kanjilesungen raten koennen, denke ich. Aber andersherum? Die japanischen Lesungen geben ja keine (oder nur einige wenige?) Hinweise auf die Betonung im Chinesischen. Das heisst, wenn ich weiss, dass 国 im Japanischen (on) "koku" gelesen wird, weiss ich doch noch nicht, welche Betonung "guo" hat, oder?
Umgekehrt ist es tatsächlich schwieriger.
Ein typisches Beispiel ist 新幹線 (ein Wort, welches so als ganzes nicht mal aus China kommt!?). Oder 大使館 und viele mehr.
Hier kann man recht leicht die Aussprache erraten, wenn man sich mit Chinesisch beschäftigt hat, aber trotzdem gerade diese Hanzi nicht auszusprechen weiß.
Typische Beispiele:
Chinesisch -> Japanisch
kan -> gan
guan -> kan
dai -> dai oder tai
xian -> sen
hua -> ka oder wa
dian -> den
xi -> gi oder ji
ji -> gi oder ji
Das klappt auch umgekehrt, aber nicht ohne Fehlerquote.
Nur Töne sind - so weit mein Wissen reicht - nicht umzuschlüsseln. Das funktioniert nicht.
Töne haben schon ihre Relevanz, ist aber ein schwieriges Thema.
Wenn ich mit meiner Freundin oder irgendwem auf Chinesisch spreche, dann kenne ich für vielleicht 40% aller Wörter die Töne.
Ich kenne einen deutschen Dolmetscher in Taiwan, welcher seiner eigenen Aussage nach fast ganz auf die Töne verzichtet, ganz einfach weil er sie nicht kann.
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Japanologie/Sinologie und dann Mönch werden
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