Home
| Japanische Religionen |
|
|
| Autor: Song Jiang | |
| Freitag, 16. Oktober 2009 | |
Religion ist ein wichtiger Bestandteil menschlicher Gesellschaften und eng mit der Kultur dieser verknüpft. Gerade Buddhismus und Shintoismus sind dem Japan zugeneigten Leser sicherlich ein Begriff. Wie aber verhält es sich mit den beiden Religionen zueinander. Stehen sie in Konkurrenz oder ergänzen sie sich. Welche von diesen beiden ist die vorherrschende in Japan und welche etablierte sich als erste in Japan. Der Geschichte der beiden großen japanischen Religionen nimmt sich die Autorin Michiko Yusa in ihrem Buch „Japanische Religionen-Spannung zwischen Tradition und Moderne“ an.
Die Autorin geht nach einer kurzen Einleitung in Form eines Vorwortes, chronologisch an die Geschichte der japanischen Religionen heran. Anschließend gibt sie einen kurzen Überblick über die Merkmale japanischer Religionen, bevor sie sich ausführlicher mit den beiden Religionen, Shintoismus und Buddhismus, auseinandersetzt. In den weiteren Kapiteln geht sie wieder mehr auf die Bedeutung der jeweiligen Religion in bestimmten Abschnitten der japanischen Geschichte und die Entwicklung ihrer Schulen und Lehren ein. In den folgenden Kapiteln versucht sie den Zusammenhang zwischen Staat und Religion zu erläutern, bis sie schließlich zur Bedeutung und Wandel der Religionen im neuen Jahrtausend gelangt und diese mit einem „Blick in die Zukunft“ abschließt:
Die Autorin Michiko Yusa ist Professorin für Japanische und Ostasiatische Studien an der Western Washington University und durch zahlreiche Publikationen in wissenschaftlichen Kreisen bekannt. Auf 186 Seiten kondensiert sie die wichtigsten Informationen zu den beiden Religionen Shintoismus und Buddhismus zusammen. Dabei reduziert die Autorin die Religionen nicht nur auf ihre Rolle in der japanischen Geschichte, sondern liefert durch die Erläuterungen einiger Rituale und Praktiken auch einen gelungenen Einblick in das Wesen der Religionen. Die chronologische Einbettung des Themas ist sinnvoll und verleiht dem Werk einen roten Faden, der es dem Leser einfach macht, dem Verlauf der Entwicklung japanischer Religionen zu verstehen. Ein besonders gelungenes Kapitel ist das siebten mit der Entstehung des Staats-Shinto und der Bedeutung der Religion für die Rolle Japans im zweiten Weltkrieg. Auch die Bedeutung des durch die Medien inzwischen weltweit bekannten Yasukuni-Schreins wird erläutert. Als Gesamtwerk betrachtet ist Michiko Yusa ein ordentlicher Überblick über die Geschichte und Bedeutung der großen japanischen Religionen gelungen. Die Gliederung ist chronologisch und sinnvoll und die ausgewählten Beispiele für die Rituale vertiefen das Verständnis der Religionen Japans. Jedoch gibt es auch kleinere Mängel. Die reine Kursivschrift für die Romaji scheint für ein Werk über japanische Kultur nicht ausreichend. Die Begriffe werden weder in Kanji, noch in dem üblichen Hepburn-System dargestellt, sondern einfach nur, ohne Doppelung und Dehnung umgeschrieben. Ein Buch über japanische Kultur ohne die richtige Darstellung der Begriffe erscheint ein wenig dürftig, auch wenn die Aussprache noch einmal am Ende des Buches erläutert wird. Die Zeittafel und das Glossar sind für ein Buch Taschenbuch sehr umfangreich und vermitteln noch einmal eine bessere Übersicht über das Thema. Michiko Yusa Japanische Religionen Spannung zwischen Tradition und Moderne Herder spektrum, Freiburg ISBN: 978-3-451-05865-3 Preis: 9,90 € Im Galopp durch die japanischen Religionen. Für ein Buch, dass sich mit solch einem umfangreichen Thema beschäftigt, sind knapp 190 Seiten sehr wenig. Aber gerade auf diesen schafft die Autorin es, einen sinnvollen Bogen von der Entstehung des Shintoismus bis hin zu religiös geprägten Terroranschlägen im modernen Japan zu schlagen. Der Leser wird an der Hand genommen und durch die Geschichte der japanischen Religionen geführt ohne größere Fragen aufkommen zu lassen. Zwar könnte man der Autorin zum Vorwurf machen, dass sie einige Aspekte zu schnell abhandelt, aber dann hätte sie es wohl auch nicht geschafft, das geballte Wissen zu den japanischen Religionen in dieses enge Gewand zu pressen. Einzig die Darstellung der japanischen Begriffe lässt ein wenig zu wünschen übrig. 8 von 10 religiösen Sternchen |
| zurück | weiter |
|---|






Religion ist ein wichtiger Bestandteil menschlicher Gesellschaften und eng mit der Kultur dieser verknüpft. Gerade Buddhismus und Shintoismus sind dem Japan zugeneigten Leser sicherlich ein Begriff. Wie aber verhält es sich mit den beiden Religionen zueinander. Stehen sie in Konkurrenz oder ergänzen sie sich. Welche von diesen beiden ist die vorherrschende in Japan und welche etablierte sich als erste in Japan. Der Geschichte der beiden großen japanischen Religionen nimmt sich die Autorin Michiko Yusa in ihrem Buch „Japanische Religionen-Spannung zwischen Tradition und Moderne“ an.




